Incredible Space Girls

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 Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts

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Flare



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BeitragThema: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Do 2 Jul 2009 - 13:48

Hier entsthet in Kürze ein Forumsrollenspiel mit Stilrichtung Indiana Jones (Keine Sorge Martin, ich mein damit nur die ersten drei, den vierer hab ich immer noch nicht gesehen^^) Jeder der mitmachen will, soll doch ein wenig über den Charakter schreiben, den er darstellen will, dann verwebe ich dass mit der Geschichte, die ich dann hier Moderrationiere.

Thx bis dann.


Zuletzt von Flare am Di 14 Jul 2009 - 6:22 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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Flare



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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 3 Jul 2009 - 8:31

Dann fang ich mal an:

Paul P. Pullack, 35 Jahre alt
1,99 groß, dafür schmal wie eine Bohnenstange und ohne erkennbare Muskeln, wirkt aber trotzdem auf unerklärliche Weise anziehend auf Frauen. Kein Durchhaltevermögen, eher ein Stubenhocker. Hat einen Lehrstuhl an der Miskatonic University, macht aber das Halbe Jahr krank. Hat keien Probleme mit Insekten, dafür mit aller Arten von Reptilien. Er hat blondes, schulterlanges Haar und trägt immer ausgewaschene Jeans und sein Harley Davidson Hemd mit zwei Säurelöchern an der Seite.

Er hat keine Erinnerung an sein erstes Jahr als Lehrkraft, schwor aber Anfang des zweiten Jahres völlig dem Alkohol ab. Konnte Unterhaltszahlungsaufforderung einer seiner Kommilitoninnen vor Gericht abwenden und wird seitdem nur noch für Klassen eingesetzt, die fast ausschließlich aus Männern bestehen.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Sa 4 Jul 2009 - 16:12

Isaac "The Phoenix" Niagra (42),

durchschnittliche Größe für die Zeit, dunkle, lederne Haut, hager aber muskulös, am Oberkörper größtenteils mit Klauenspuren übersäht, bis auf das Gesicht, bei dem nur die linke Wange einen einzige, jedoch tiefe Narbe zeigt. Der Abenteurer wurde in Adelaide, Australien geboren, verbrachte aber sein ganzes Leben mit der Suche nach Schätzen, die überall in der Welt verstreut liegen. Er selbst genoss nie eine schulische Ausbildung, eignete sich aber sein gesamtes Wissen auf seinen Reisen an. Er begleitete Archäologen auf Expeditionen und erlernte einiges über untergegangene Zivilisationen, antike Sprachen. Durch Großwildjäger lernte er das Wildnisleben kennen und wie man mit geringer Ausrüstung im Dschungel überleben kann.
Seinen Beinamen „The Phoenix“ verdankt er einer mindestens schon zehn Jahre zurückliegenden Expedition, bei der er von einem entarteten Voodoostamm, der in einem riesigen unterirdischen Höhlenlabyrinth haust, gefangen genommen wurde. Man sagt, dass ihm bei lebendigem Leibe das Herz herausgenommen wurde, dies wird aber nur als Gerücht abgetan. Er wurde von seinen Kameraden, die den blutüberströmten, von Narben übersähten Menschen im ersten Moment gar nicht wiedererkannt hatten, Wochen später im Dschungel aufgefunden. Der voodoostamm selbst verschwand auf mysteriöse Weise, doch Isaac ist noch immer auf der Suche nach ihnen. Wenn man ihn fragt, wieso, antwortet nur, dass sie ihm „noch etwas schuldig seien“.


Zuletzt von I3laderunR am Mo 13 Jul 2009 - 20:02 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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Flare



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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 10 Jul 2009 - 11:17

20 Stunden Kampf durch den dichtesten Dschungel Südamerikas vom nächstgelegenen Hauch Zivilisation entfernt, erstreckte sich die Ausgrabungsstädte von Tutchtulschub über mehrere Quadratkilometer. Die Fläche hatten die Arbeiter mit großen Verlusten und herkulischer Anstrengung dem Urwald in monatelanger Sysiphusarbeit abgerungen. 45 Tote Hatte das Lager schon zu beklagen. Die meisten durch wilde Tiere und Krankheiten, mache durch Unfälle mit den Maschinen. Ein Einheimischer, der mehr durch Gewalt als freiwillig hier ist, wurde sogar vom Blitz erschlagen, als er gerade auf dem Abort saß.
Viele der abergläubischen „Sklaven“ wollten fliehen, doch die Söldner des Ausgrabungsleiters Altair Duffy hielten sie auf. Ein gefährlicher Trupp Männer, von deutschen Schleifern ausgebildete Schlächter, angeführt von einem Mann, den jeder nur Major nannte. Sie hatten ihre eigene Baracke nahe des Zentrumsplatzes, in der niemand sonst zutritt hatte. Nicht einmal Mr. Duffy wurde eingelassen, der Major kam immer zu ihm, wenn etwas benötigt wurde.
Die Arbeiterzelte wurden aufgestellt, wo gerade Platz war und das Essen war nicht einmal schlecht. So hart Mr. Duffy auch war, die Ausrüstung war die beste, die man für Geld kaufen konnte.
Dominiert wurde das Lager, vom Maya Tempel, der Tutchtulschub geweiht war. Es existierten jedoch keine Aufzeichnungen, als ob dieser Gott totgeschwiegen werden sollte. Die Zeichen auf den Wänden waren untypisch und die Bauweise der Chichén Itzá ähnlich. Eine unterschwellige Bedrohung schien von dem Bauwerk auszugehen, die nicht greifbar war, sondern das Unterbewusstsein quälte.
Alle Anwesenden waren unruhig und feindlich selbst untereinander. Nun mussten nur noch Fremde kommen, um das Fass zum überlaufen zu bringen.
Wie auf einunhörbares Stichwort brach ein Jeep durch den schon wieder die Straße zuwuchernden Dschungel und bog mit hoher Geschwindigkeit auf den Hauptpfad zum Zelt von Mr. Duffy ein, das direkt neben der Baracke der Deutschen stand. Neben dem Fahrer genoss die kühle Fahrluft und das beißen des Staubs, dass die Reifen aufwirbelte Isaac Niagara und Paul Pullack, letzterer schon in Gedanken das Geld zählend, dass er hierfür bekommen würde.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 10 Jul 2009 - 23:29

„Wieder einmal Südamerika“, murmelte Niagra vor sich hin, „faules Wasser, krankheitbringende Insekten, giftige Reptilien und doch...“
Er schloss die Augen und atmete durch das offene Fenster tief ein.
„...einer der schönsten Plätze auf Erden!“
Er blinzelte aus dem Fenster des Jeeps und betrachtete den bunten, wundervollen Majatempel. Die Euphorie in ihm stieg an, als er daran dachte, dass er ihn noch heute betreten könnte. Ein leichtes Kribbeln stellte sich in seinen müden Gliedern ein, das ihm sagte, dass er schon viel zu lange auf seinem Hinterteil gesessen hatte, und so streckte er sich ausgiebig.
Wie hieß es so schön? Man kann schlafen, wenn man tot ist!
Und ohne, dass er es verhindern konnte, tauchten die Bilder der Vergangenheit vor seinem geistigen Auge auf. Zu viele Menschen waren bisher schon an seiner Seite gestorben und Tag für Tag betrauerte er ihren Tod. Ironischerweise war kein einziger unter ihnen gewesen, der an Altersschwäche gestorben war, wie es die alten Götter in ihrer unendlichen Weisheit für die Menschen eigentlich vorgesehen hatten. Isaac fragte sich, wie es wohl sein würde, auf die andere Seite zu wechseln. Würde das Leid dann endlich ein Ende haben? Die Schmerzen? Der Wahnsinn?
Von irgend woher drang der Schrei eines Brüllaffen und schreckte ihn aus seinen Gedanken auf.
„Ich denke, ich habe noch etwas Zeit“, dachte er und wie aufs Stichwort begannen die Narben auf seinem Oberkörper zu schmerzen. Isaac verzog das Gesicht zu einer grimmigen Miene, denn er wusste, was man ihm sagen wollte. So schnallte er sich seine Machete um, zog seinen Hut tiefer ins Gesicht und erwartete das Ende der Fahrt.
„Wir werden ja sehen...“
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Mo 13 Jul 2009 - 8:30

Wie aus dem Nichts erschienen stand plötzlich ein hochgewachsener Mann in dunkler Armeekleidung mitten auf der Straße. Der Jeep hielt noch eine Sekunde des Schreckens mit voller Geschwindigkeit auf ihn zu um sofort mit aller Kraft abzubremsen. Nur wenige Zentimeter vor dem Irren blieb das Auto mit quietschenden Reifen schlitternd stehen.
Kein Muskel regte sich in seinem Gesicht, als der Mann an die Seite des Jeeps ging, um den erschrockenen Insassen die Tür zu öffnen. „Willkommen an der Ausgrabungsstätte Tutchtulschub, meine Herren. Ich soll sie direkt zu Herrn Duffy führen,“ begrüßte er Isaac und Paul mit unüberhörbar deutschem Akzent in der Stimme. Ohne weitere Worte drehte er sich zackig um und marschierte auf das luxuriöse Zelt neben einer tarnfarbenen Baracke zu.
„Ein Deutscher, muss das sein? Wenn sich die noch mal aufmucken, dann führen wir Krieg mit denen und machen sie platt. Isaac, was meinen sie? Ich schwitze wieder wie ein Schwein. Hoffentlich kann ich meine Sachen hier waschen. Ich bin nur ein halber Mensch ohne mein Harley T-Shirt. Keine Kofferträger hier? Muss ich wieder alles alleine schleppen. Behandelt man so eine Koryphäe?“
Umständlich stieg Paul aus dem Jeep und schleppte sich wie eine Giraffe nach der Brunft hinter dem Deutschen her.


Zuletzt von Flare am Fr 17 Jul 2009 - 9:46 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Mo 13 Jul 2009 - 14:39

Niagra überhörte bewusst das Ende der Rede Pullacks. Über die Jahre hinweg hatte er gelernt, nur in den Kernaussagen sogenannter Promovierter zu lesen. In seinen Augen waren sie ein völlig eigener Schlag von Menschen; die meisten waren überaus von sich überzeugt und konnten einen mit ihrem Geschwätz sprichwörtlich die Ohren zum Bluten bringen. Außerdem ließen sie einen eigentlich immer spüren, dass man unter ihnen stand. Das Gleiche galt übrigens auch für adlige Freizeitabenteurer, wie Isaac sie nannte.
„Also ich für meinen Teil habe die Deutschen eher als bodenständige Menschen erlebt, verglichen mit den Engländern oder den Franzosen“, meinte er nachdenklich, „manchmal vielleicht etwas zu berechnend, zu exakt für meinen Geschmack, aber ich kann nicht sagen, dass ich jemals Probleme mit ihnen hatte.“
Dieser Verrückte jedoch, der mitten aus dem Nichts vor dem Jeep aufgetaucht war, hatte durchaus einen beunruhigenden Eindruck auf ihn gemacht, was sich Niagra allerdings nur in Gedanken eingestand. Verstärkend kam hinzu, dass der Deutsche sich in seine dunkle Militärkleidung praktisch eingemummt hatte und das bei dem vorherrschenden Tropenklima. Als Isaac in näher betrachtete, bemerkte er, dass er sogar Handschuhe trug.
„Dem kann es wohl gar nicht warm genug sein!“
Niagra ließ den Blick ziellos über die Ruinen schweifen. In seinem Innersten wünschte er sich, er hätte die Tempelanlage, damals während der Blütezeit der Maja, in seiner unzerstörten Schönheit gesehen. Gerade als er diesen Gedanken gefasst hatte, meinte er, eine Gestalt zwischen den Ruinen hindurch huschen sehen. Der Moment war zu kurz, als das er ihn gleich erfassen hätte können und so konnte er erst wenige Sekunden später das Gesicht in seinem Kopf rekonstruieren. Ein Blitz durchzuckte seine Glieder.
„Ounga!“, keuchte er und seine Hand war sofort am Griff der Machete.
Sie? Aber das war unmöglich! Nicht hier!
Isaac hatte die Umgebung um sich völlig vergessen. Eilig hielt er auf die Ruinen zu. Er hatte sich lange auf diese Begegnung eingestellt, sehr lange und doch saß ihm jetzt der Schock in den Gliedern. Völlig verwirrt kam er an der Stelle an, wo er sie erblickt hatte.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Di 14 Jul 2009 - 8:21

Neugierig geworden eilte Paul Isaac hinterher. Schon nach kurzer Zeit, die jedoch sein T-Shirt völlig mit Schweiß durchnässte, erreichte er ihn, Dieser schaute gehetzt hinter einem verfallenen Torbogen eines Nebenhauses Richtung Dschungel, an dem einige der Söldner patroullierten. "Was ist den los Isaac. Komm endlich mit. Ich hoffe, dass wir bei Mr. Duffy endlich was zu trinken bekommen. Oder hast du dich in eine der Wachen verkuckt?" Neckisch blinzelte er Niagara an, drehte sich dann in einer schlechten Imitation des Deutschen um und stapfte zurück auf den Hauptweg, auf dem der Deutsche schon wartete.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Mi 15 Jul 2009 - 0:03

Der Schweiß stand Niagra auf der Stirn. Hier war nichts, hier konnte nichts sein! Das Nebengebäude war leer und es gab auch keine Möglichkeit sich zu verstecken. Mit der Schuhspitze trat er verägert gegen eine Außenwand.
„Ich fange doch nicht an zu halluzinieren? Nicht schon wieder!“
Er nahm seinen Hut in die Hand und wischte sich mit dem Unterarm über die feuchte Stirn. Da hielt er in der Bewegung inne. Einige Patrouillen streiften durch den Wald; wenn Ouanga sich in die Richtung durchgeschlagen hatte, dann musste sie an ihnen vorbeigekommen sein. Ein kleiner Hoffnungsschimmer keimte in ihm auf, der jedoch nicht lange anhielt. Unfreundliche Blicke empfingen ihn, wobei er des Deutschen doch relativ mächtig war und er sich eine gewisse Sympathie einholen konnte. Sie bestätigten jedoch leider nur seine Befürchtung, nämlich dass niemand den Weg in den Dschungel passiert hatte. Er bedankte sich und kehrte niedergeschlagen zu Pussack und dem anderen Deutschen zurück.
„Das war bestimmt die Hitze. Du solltest dir etwas Kaltes zu trinken einverleiben. Du hast praktisch die ganze Welt nach dieser Frau abgesucht! Dies ist der unwahrscheinlichste Ort, wo sie auftauchen könnte! Reiss dich zusammen, Niagra!“, schimpfte er sich in Gedanken.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Do 16 Jul 2009 - 6:10

Nach diesem kurzen Abstecher gingen die drei Männer ihren ursprünglichen weg zum Luxuszelt von Mr. Duffy. Der Deutsche schlug den Eingang beiseite und lies die Isaac und Paul eintreten.
Paul taumelte kurz . Der Umschlag vom brütend heißen Südamerika zur auf 20 Grad gekühlten, in eine augenfreundliche Dämmerung gehüllte Luxussuit war wie ein Schlag in die Magengrube. Ohne auf eine Aufforderung zu warten, setzte er sich auf einen reich verzierten Stuhl in seiner Nähe, um seinen Kreislauf etwas zu stabilisieren. Nach ein paar tiefen Atemzügen ging es ihm wieder besser. Er nutzte jedoch den Moment, um seine Blicke durch den Raum schweifen zu lassen und sich ein Bild des Stils seines Brötchengebers machen zu können. Wertvoll aussehende Bilder an den Wänden, teures Sitzmobiliar, aber nur ein Feldbett in der Ecke. Seltsame Zusammenstellung. Da fiel Pullacks Blick auf etwas, dass ihn sofort zum aufstehen zwang. „Das ist doch das“, stotterte er und seine Finger wanderten zitternd zu einem Buch.
„Liber Veritas. Das Buch der toten Sprachen“, vollendete ein kleiner, untersetzter Mann mit markantem Gesicht, dass von einer Adlernase dominiert wurde, Pauls Satz und nahm ihm das Buch aus der Hand. Kurz strich er sich durch das halbseitig ergraute Haar, welches sich durch die schwarze andere Hälfte noch stärker abhob. „Mein Name ist Mr. Duffy. Sie müssen die Herren Isaac Niagara und Paul P. Pullack sein? Leider fehlt noch ein Experte. Ich hoffe, er kann noch nachkommen, aber derweil müssen sie beide ausreichen.“
Kurz schüttelte er den angesprochenen die Hand ohne bei Niagaras starkem Händedruck auch nur eine Mine zu verziehen. „Sie sind beide Koryphäen auf ihrem Gebiet und nun müssen sie ihr Wissen vereinen, um mir zu helfen. Ich will in den Tempel von Tutchtulschub. Normalerweise kein Problem, aber auf ihm liegt ein Fluch. Das hält Grabräuber wie mich auch nicht ab, werden sie vermutlich denken? Da haben sie recht, aber die Sage um diesen Tempel macht mich stutzig.“ Mr. Duffy ging zu einem Regal und entnahm ihnen einige Photographien. Dann begann er konzentriert auf diese geblickt zu intonieren: „Sei gewarnt, Eindringling. Dies ist kein Tempel für einen Gott, sondern eines Dämons. Viele Leben mussten gegeben werden ihn zu bannen und nur die Erlaubnis des Nithiog lässt das Anti-Heiligtum betreten, ohne ihn aus seinem Äonen langen Schlaf zu wecken.“
Kurz setzte er ab, um sich wieder zu sammeln: „In alten Folianten habe ich den Begriff Nithiog entdeckt, deshalb die klare Übersetzung seines Namens. Anscheinend hat jemand diesen Tempel vor Urzeiten betreten und die Sintflut gebracht. Dieses Missgeschick wollen wir natürlich nicht wiederholen. Leider findet sich auf keiner der Tempelinschriften der Name des gebannten Dämons. Sie Isaac sollen den Nithiog finden und sie Mr. Pullack mit ihm sprechen und ihn für unsere rechte Sache überzeugen. Denken sie sich was aus, dass wie überlasse ich völlig ihnen. Stellen sie ihre Fragen jetzt, der Major wird ihnen dann ihre Unterkünfte zeigen und Morgen treffen wir uns für eine letzte Besprechung hier um 0800, wie das Militär so schön sagt. Also, gibt es noch etwas?“ Er schaute die beiden mit etwas Ungeduld in der Stimme an.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 17 Jul 2009 - 0:09

Isaacs Gedanken gingen in alle möglichen Richtungen, daher kam es ihm nur gelegen, dass ihr Gastgeber dermaßen weit ausholte. Er versuchte sich auf das Gesagte zu konzentrieren und nach und nach ließ die innere Unruhe in ihm nach. Nithiog? Verflucht, wo hatte er diesen Namen schon einmal gehört? Und vor allem, wie fügte er sich in die Geschichte der Maja ein?
„Ist es möglich, dass es sich bei dem Nithiog um einen übernatürlichen Wächter handelt?“, fragte Niagra Duffy. Er spann die Idee weiter.
„Fassen wir einmal zusammen, Sie haben einen Dämon, der namentlich nicht erwähnt wird, dessen Existenz also mit höchster Wahrscheinlichkeit verleugnet wurde und was ihn mir, wenn ich eine persönlich Bemerkung machen darf, äußerst unsympathisch erscheinen lässt. Mehrere Menschen opferten ihr Leben, um ihn zu bannen, der Tempel wird bewacht von dieser ominösen Nithiog-Gestalt und das letzte Mal, als jemand den Tempel betrat, löste dies die Sintflut aus. Verstehen Sie mich nicht falsch, man darf diese Legenden nicht immer für bare Münze nehmen, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt eigentlich immer dahinter. Lassen Sie es sich einmal durch den Kopf gehen.“
Isaac fragte sich, ob er sich nicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, aber er hasste es ebenso, etwas unausgesprochen zu lassen.
„Eine Sache noch“, Niagra fuhr sich mit der Zunge über die Oberlippe, „was genau meinen sie mit 'unsere rechte Sache'?“
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 17 Jul 2009 - 9:39

„Ganz einfach Mr. Niagara“ fing Mr. Duffy an und stellte das Buch zurück ins Regal. „Sie beide sollen Nithiog davon Überzeugen, dass es nicht in unserem Interesse ist, den Dämon zu wecken. Ich will nur das Original des Buches, dass ihr Kollege gerade sabbernd in die Hand nehmen wollte. Ja, ich habe nur uralte Abschrift, von der ich überzeugt bin, dass sie nicht komplett ist. Im Original soll eine Einheitssprache stehen, die jedes höhere Lebewesen im Universum verstehen soll. Und diese Passagen fehlen in meiner Nachschrift. Sie brauchen vom Nithiog nur die Ritualformel, um den Tempel zu öffnen. Sonst nichts. Um auf ihre andere Frage zurückzukommen, der Nithiog ist keine Sagengestalt oder Übernatürlich. Es ist ein Begriff, oder besser ein Amt das an den obersten Schamanen des Wanderstammes hier in der Umgebung verliehen wird, mit allen Codes und Kniffen. Das schwierigste ist, den Stamm zu finden, Mr. Pullack wird sich dann mit ihm verständigen. Sie erhalten sogar das Liber Veritas von mir, damit alles glatt läuft, auch wenn ich es danach zurück will. Ein paar der Söldner werden sie begleiten um für zusätzlichen Schutz zu Sorgen. Auch wenn ich auf Mr. Niagara Künste viel setzte, der Dschungel hier ist sehr gefährlich. Und falls sie mehr über den Dämon erfahren wollen, dann fragen sie einfach den Schamanen. Die Geschichte könnte sehr interessant werden.“
Duffy nahm einen Schluck aus seinem Wasserschlauch und setzte sich. Für ihn war das Gespräch offenkundig beendet.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   Fr 17 Jul 2009 - 16:07

Ein grimmiges Lächeln spiegelte sich auf Niagras Gesicht wieder und er nickte still vor sich hin. Duffy hatte gekonnt und mit voller Absicht seine Einwände bezüglich der Tempelöffnung ignoriert. Isaac sparte es sich jedoch, noch einmal Bezug darauf zu nehmen. Er besaß genug Menschenkenntnis, um zu wissen, dass er hier auf taube Ohren stoßen würde, andererseits wollte er um jeden Preis wissen, was hinter dieser Legende steckte. Im äußersten Notfall war er wahrscheinlich dazu gezwungen, etwas gegen die ganze Sache zu unternehmen, aber er würde niemals von etwas zurücktreten. Dafür war seine Neugier zu groß.
Er wandte sich zum Gehen.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   So 19 Jul 2009 - 14:59

Draußen wartete der Deutsche schon und brachte sie im schwindenden Sonnenlicht zu zwei etwas abseits stehenden Zelten.
"Das sind ihre Zelte, Phoenix und Incubus. Was für eine Kombination. Aber für diese Sache brauchen wir die Besten in ihrem Fach. Morgen hole ich sie hier wieder ab. Wollen sie eine Wache vor ihrem Zelt oder nicht. Es ist nur zu ihrem Schutz und freiwillig. Es kommt schon vor, dass in der Nacht eines der Raubtiere durch unseren Sperrkordon schlüpft. Wir sind immerhin in Feindesland."
"Ich auf jedenfall. Ich habe leichten Schlaf und brauche Morgen alle Kraft," warf Paul ein.
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BeitragThema: Re: Aufwärmübung 2 - Ruinen ins Nichts   So 19 Jul 2009 - 18:04

Stirnrunzelnd sah Niagra zu Pullack hinüber.
„Also ich denke, eine Wache sollte wohl mehr als genug sein, außerdem habe ich einen leichten Schlaf.“
Er wandte sich wieder dem Major zu.
„Sollte irgend etwas in dieser Nacht geschehen, wecke ich Sie auf und gebe Ihnen Bescheid! Eine angenehme Nachtruhe wünsche ich Ihnen!“
Und damit verschwand er in seinem Zelt.

Gezielt steuerte er auf die Pritsche zu und begann mit der Suche nach giftigen Reptilien, Amphibien, Insekten und ähnlichem. Er verfiel in seine abendliche Routine zur Sicherung und Säuberung seines Zeltes, die ungefähr eine Viertel Stunde in Anspruch nahm. Erst dann konnte er sich beruhigt zu Bett begeben und die Gedanken, die er die ganze Zeit zurückhalten hatte können, stürzten sich auf ihn. Was zum Teufel hatte er vorhin gesehen? War es Phantasie gewesen oder einfach nur reines Wunschdenken? Aber wieso dann heute? Wieso nach all der Zeit? Mittlerweile war es schon neun Jahre her und plötzlich diese Erscheinung? Mit einem unguten Gefühl im Magen ließ er den Schlaf über sich hereinbrechen.

Ihre Blicke begegneten sich in einer verrauchten Kneipe in den verschlungenen Straßen von New Orleans. Leise hauchte sie das Wort „Fate“ und er konnte gar nicht anders, als ihr zu verfallen. In diesem Moment fixierte sie auf einmal mit ihren wunderschönen, dunklen Augen, scheinbar aus Verlegenheit, das Mikrophon und er erkannte, wie sie leicht errötete. Zuerst verstand er nicht wieso, wofür sich dieses wundervolle Geschöpf schämen könnte, doch als sie abermals aufsah und er erkannte, dass ihr Blick eindeutig ihm galt, fühlte er sich mehr als geschmeichelt. Weiter lauschte er ihren Worten und fühlte sich geborgen wie seit langem nicht mehr. Die Schänke schien mit einem Mal leer bis auf diese dunkelhäutige Schönheit und ihn selbst. Doch in dem Augenblick, wo sie ihren Auftritt beendete, setzte ein gewaltiger Applaus ein, der ihn zurück in die Realität holte. Er konnte selbst nicht sagen, was ihn da plötzlich traf, dieser Ansturm von Gefühlen, die er für dieses Mädchen empfand, das er nur seit wenigen Augenblicken kannte. Doch am stärksten spürte er tief in sich eine unendliche Sehnsucht, die er so noch nie empfunden hatte. Er wusste, dass diese dunkle Göttin, die von Schicksal und von Ewigkeit gesungen hatte, ihn vervollständigen könnte.

*

Die Kleider glitten ihren wohlgeformten Körper hinab und das glänzende Metall berührte den Schleifstein.
Immer weiter schien er in ihren Augen zu versinken, während der erhitzte Dolch zischend ins Wasser getaucht wurde.
Als er sie leidenschaftlich küsste, bohrte sich die Klinge in sein Fleisch.
Er presste ihren Körper gegen den seinen und die Haut wurde ihm vom Leib gerissen.
Da fiel er in ein Meer von Feuer. Er sah sich einer dreiköpfigen Schlange von der Größe eines zehnstöckigen Hauses gegenüber. Feuer schoss aus den Mäulern der verwesten Schädel und er schrie, er schrie sich die Seele aus dem Leib und erwachte schließlich.

*

Das erste, was er spürte, war der eiskalte Steinboden. Sein Kopf tat weh, schien um einige Nummern zu groß. Zahlreiche Kerzen erhellten die scheinbar unendlich große Höhle, doch die Decke lag in Dunkelheit. Er saß auf einem Steinquader in einer klebrigen Flüssigkeit. Fragend kniff er die Augen zusammen und griff nach einer Kerze. Da fühlte er erst das Brennen auf seinem Oberkörper. Er biss die Zähne zusammen und ließ seinem Körper Zeit, die Schmerzen zu regulieren. Nochmals versuchte er die Kerze aufzuheben und beleuchtete den Steinquader, auf welchem er saß. Mit Grauen musste er feststellen, dass dieser blutüberströmt war und als er auf seinen Oberkörper blickte, verstand er auch, aus welcher Quelle das Blut entsprungen war. Mit einem Schrei des Entsetzens riss er sich den Dolch aus seinem Brustkorb.

Schweißgebadet und zitternd kehrte er zurück in die Wirklichkeit. Einige Sekunden lag er nur da und lauschte dem Zirpen der Grillen, doch dies konnte seinem Herzrasen keinen Einhalt gebieten. Während er sich vorsichtig in die Hocke aufsetzte, atmete er so ruhig es ging ein und aus.
„Die Höhle existiert nicht mehr, sie wurde zerstört, genauso wie dieser entartete Stamm. Kein Einziger überlebte die Explosion!“, redete er sich zu.
„Kein Einziger bis auf Ouanga“, sagte eine kleine, flehentliche Stimme in ihm.
Ein vom Menschlichen weit entfernter Schrei riss in aus seinen Erinnerungen. Sein rationelles Denken hatte wieder die Oberhand gewonnen. Seine Hose hatte er bereits an, so ergriff er nur mehr seine Stiefel, die er verkehrt herum an der Zeltstange befestigt hatte, schlüpfte hinein und schnappte sich seine beiden Klingen. Er trat hinaus in die Dunkelheit, abschätzend, jederzeit bereit, einen kommenden Angriff abzuwehren. Der Schrei musste aus Pullacks Zelt hergekommen sein, so schritt er vorsichtig darauf zu, wobei er die Umgebung aufmerksam beobachtete. Als ein weiterer Laut ertönte, hielt ihn nichts mehr und er rannte in das Zelt.
„Pullack!“, schrie Niagra, als er mit gezückten Waffen durch den Eingang stürmte.
Doch was er da erblickte, war fern jedes übernatürlichen Seins. Er konnte sich ein Lachen nicht abringen, als ihn die zwei erschrockenen, hochroten Gesichter entgegenblickten.
„Nächtliche Gewohnheiten!“, keuchte Isaac freudig und ließ Machete und Dolch sinken. Das Mädchen packte hastig ihre Sachen zusammen und verließ fluchartig und halbnackt das Zelt.
„Paul, das tut mir leid“, meinte der Australier mit Tränen in den Augen, „Sie hätten zumindest ein Schild oder was ähnliches anbringen können!“
Ein ausgiebiges Lachen drang aus seiner Kehle und er vergaß die Schrecken der Nacht.
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